Gedanken zur Scheidung nach 13 Jahren des Zusammenlebens!

 

Als die ersten Zeilen geschrieben wurden, schrieb man das Jahr 1996, heute 1998 sehe Ich einige dieser Dinge in einem anderen Licht als damals

März 1996 :

Als noch Ehemann fühle mich nach 3.monatiger Trennung sehr einsam, etwas in mir ist zerbrochen und es ist niemand da, der sich mit mir über das entstandene Problem unterhält oder mit mir die Wunden leckt. Normalerweise müßtet es mir leichter fallen mit der Einsamkeit umzugehen nach den Erlebnissen in den Vereinigten Staaten im Jahre 1989-90, eine achtmonatige Trennung half unserer Ehe damals etwas auf die Sprünge, nur Lippstadt ist nicht El Paso und ich bin nicht mehr 27.

Das Leben geht grausam mit denen um die an einem nicht existenten Abgrund stehen und sich fragen ob sie springen sollen oder nicht. Ich stehe vor dieser Entscheidung, und weiß nicht wohin sich mein weiteres Leben wenden wird. ICH persönlich HABE ANGST davor unterzugehen. Falls es doch ein Leben nach der Scheidung gibt, (ich weiß das es ein Leben danach gibt, doch ICH HABE ANGST davor), bin ich sehr gespannt was aus uns den Einzelindividuen wird?
Ob meine Frau ihren derzeitigen Freund behält, oder es nur ein Strohfeuer ist das erlischt, sobald sich der übriggebliebene Rest dessen was heute noch Leben in der Scheidungsphase ist vorbei ist? ( Meiner Einschätzung nach werden sich die Wogen glätten sobald unsere Scheidung ausgesprochen ist Oder nicht???)
Meine Frau hat großen Rückhalt in ihren Eltern und der Clique, die einen meidet wie die Pest. ( Der Großteil der Clique) ohne eine persönliche Bindung an Personen dieser Clique werde ich den Anschluß verlieren und gänzlich alleine in dieser teilweise so grausamen Welt mein Leben fristen. ( Selber schuld)
Single sein ist etwas anderes als das normale Eheleben, man steht für alle Fehler als Einzelindividum ein, Entscheidungen müssen immer alleine getroffen werden. Etwas daß viele Menschen die seit Jahren oder Jahrzehnten zusammenleben oft vergessen.
Auf bessere Tage und eine neue Gefährtin für den weiteren Lebensweg hoffen, ist derzeit alles was man tun kann.
Etwas ist anders, wenn ich auf Tour bin oder von morgens bis abends arbeite um nicht darüber Nachdenken zu müssen was alles um einen herum vor sich geht. ( Eine Art vergessen auf Raten, bei denen das bezahlen schwer fällt. )
die Die beste Idee um allem aus dem weg zu gehen ist es, den Wohnort zu wechseln und sich einen neuen Freundeskreis aufzubauen. Nur wer will schon aus seiner angestammten Heimat wegziehen nur um zu vergessen was einmal war?
Man lernt in solchen Situationen was es heißt auf sich gestellt zu sein und Probleme zu unterdrücken oder einsam zu lösen.
Solche Sachen helfen im ersten Moment, doch dann werden die Probleme immer größer ob man will oder nicht. Als Kind einer zerrütteten Ehe erlebt man im Alter von 11 Jahren einen Scheidungskrieg sondergleichen. Meine Mutter versuchte ihren Ehemann einem Alkoholiker seelisch als auch finanziell zu schaden, so daß er sich nicht aus seiner mißlichen Lage befreien konnte. Nur schaffte er es sich aus diesem Teufelskreis zu befreien, trocken zu werden, und erneut eine Familie zu gründen.
Einen größeren Ansporn kann man nicht haben, nur der Rückhalt in dem neu zu gestaltenden Lebensabschnitt fehlt noch.
Viele meiner Probleme, wie z.B. offen auf andere Menschen zuzugehen, basierten auf den oben angesprochenen Tatsachen. Darum konnte ich mich nicht an eine Person fest binden ohne zu wissen ob meine Geheimnisse und Probleme in guten Händen sind.
Früher konnte ich gut zuhören und hatte eine Antenne für die Probleme anderer Leute, heute suche ich verzweifelt nach Lösungsmöglichkeiten für meine Mißliche Lage.
(Und jemanden mit einer Antenne für meine Probleme. )
Nur solch eine Person zu finden ist, als ob man eine Nadel im Heuhaufen sucht, meistens trifft man auf Menschen die oberflächlich sind oder nur mit einem spielen.

Als ich am 27.06. meinen 33 sten Geburtstag nicht gefeiert habe, kamen die ersten Glückwünsche aus der Dateingline, einem Servicetelefon für 1,65 DM die Minute ,eine nette Art seinen Geburtstag zu beginnen
( sehr aufbauend so etwas ).
An diesem Tag habe Ich dem Alkohol doch etwas heftig zugesprochen??!!! ( War echt grausam der Kater am nächsten Morgen. )
Nur
Alkohol löst keine Probleme, sondern schafft nur welche, die dann wieder kompensiert werden müssen. )
Gestern am 29.06. haben Jörg. und Antje. kirchlich geheiratet, wurde aus bekannten Gründen nicht zur Feier eingeladen, wer will schon einen Versager (nette Umschreibung für jemanden, von dem sich die Frau scheiden läßt) dabei haben, wenn es um das wichtigste Fest im Leben zweier Menschen geht, die sich lieben.
Man möchte dann sicher keinen sehen, der von allen gemieden wird. Selbst die (sogenannte) Verwandtschaft geht auf Distanz. Es schmerzt, daß man mich nicht eingeladen hat, doch habe ich in gewisser weise Verständnis dafür
(mußte Verständnis dafür haben) nicht Teil der Festgesellschaft gewesen zu sein. Gemäß Informationen war der neue Lebensgefährte meiner Frau dabei, (das schmerzt noch etwas mehr keine Gerechte Sache in meinen Augen, wenn schon denn schon alle oder keiner) nette Sache das!!
Man erkennt seinen Stellenwert in einer Gemeinschaft erst dann, wenn man von ihr ausgeschlossen ist. Die Axeptanz meiner Person in der Clique beruhte nur darauf das ich der Mann meiner Frau war. Meine Fehler beruhen auf der Tatsache das meine Art zu Feiern nicht kompatibel mit dem der Clique war und ist. Meine Arbeitskraft wurde bei Feiern immer gerne genutzt bei Feiern hinter der Theke genutzt oder als billiger Handlanger in manch anderen Fällen genutzt.
Wenn ein Mann sich nach fast 11 jähriger Ehe und 13 jährigem zusammenleben endlich durchgerungen hat ein Kind zu Akzeptieren sollte es einem sehr zu Denken geben.( Die Angst vor der eigenen Unzulänglichkeit in der Erziehung und die Verantwortung für ein Kind, ist für einem Mann der die Scheidung der Eltern und das Gerangel um das Sorgerecht mitbekommen hat verständlich. (Oder))
Meine Frau meint das die Ausschabung Anfang diesen Jahres mich nicht sosehr mitgenommen hat wie sie!
Viel geht mir heute durch den Kopf, manchmal frage ich mich, ob alles das was einen persönlich Bewegt noch bewältigt werden kann. Es wird mir alleine schon bei der Umsetzung aller Gedanken schwer ums Herz, nur weinen ohne Beistand und Trost hilft wenig. Erleichterung erfolgt nicht, da einer fehlt, der Verständnis für die Probleme eines Anderen aufbringt.
( Geh zu Psychiater der hilft allen. Nur der nimmt Geld dafür ) Heute habe ich erlebt, das jemand der von sich selbst geglaubt hat tolerant zu sein, Eifersucht gefühlt wurde. Da man versucht seinen Frust und seine Einsamkeit mit Arbeit tot zu schlagen arbeitet man (n) im Urlaub. Also fahre ich heute morgen unvermuteter weise an unserer ehemalig gemeinsamen Wohnung (ehelichen Wohnung) vorbei, und was fällt mir augenscheinlich auf, der neue ist da!!!!!!!!!
 In diesem Moment überfluteten mich Gefühle Unbekannter Art und Stärke, es stellte sich nach reiflicher Überlegung und Selbstanalyse heraus das ich Eifersüchtig wurde. ( Hätte ihm gerne sein Auto mit 8,5 to Beton vollgepumt )

Der Gedanke das er die Nacht mit ihr verbracht hat gefiel mir nicht. ( Wirklich nicht, mir tat es sehr wohl weh, obwohl ich weit entfernt war, helfend eingreifen zu Können um diese Ehe oder deren Trümmer zu retten.)

1997 :

Ich war am 10.05.1997 auf dem Schützenball und habe euch („ dich „) tanzen sehn, ein sehr gutes Gefühl auch wenn es weh tut.
Bei meinem letzten Besuch zeigte sie mir Bilder von sich und ihm während des Schützenfestes in Dedinghausen. Genauere Betrachtungen der Wohnung zeugen davon das alle Erinnerungen an mich, in dieser (unserer gemeinsamen für nahezu Fünf unserer elf Ehejahre gemeinsam bewohnten Lebensabschnitt Parzelle) gezielt getilgt wurden! Kein Bild das uns wichtig war, hängt noch an den Wänden. Alle wurden abgenommen und mir zur Verfügung gestellt oder vernichtet. ( Meine Existenz wurde getilgt) (schade ) ( fast Zwölf Jahre Ehe gehen doch ohne bleibende Spuren nicht an einem, Menschen vorbei oder ??? )

Als jetzt seit dem 12.07.1997 geschiedenem Ehemann fühle ich nur noch Schmerz über die offizielle Scheidung nach den Ehejahren , für mich persönlich, ist diese endgültige Trennung ein Schnitt in meinem vorhergehenden Leben (oder dem was mich am Leben hielt. ) Derzeit bin ich nur durch Arbeit oder / und endlose Nächte am Computer fähig ohne weiblichen Beistand zu Leben zu bleiben. (( Schlechtes Omen ODER ???? ) Man (n) mag es zwar als gute Fügung werten daß Birgitt in mein Leben getreten ist , doch ihre Einstellungen zum Leben sind nicht die meinen. ( Sie meint länger als zehn Stunden arbeiten am Tag sind Mörderisch für einen Menschen. ) Für mich sind Urlaub oder Ferien die Möglichkeit Geld zu verdienenden, um von allen Verbindlichkeiten die in der Ehe, oder während meiner Eskapaden entstanden sind zu TILGEN um in absehbarer Zeit ( nach Beendigung meiner Bundeswehrzeit ) nach MEXICO oder die USA auszuwandern. Nach reiflicher ÜBERLEGUNG werde Ich wohl versuchen in den USA oder im Europäischen Ausland einen Job zu erhalten ( zur Not auch als Bäcker meinem Lehrberuf ) besser als Arbeitslos.

1998 :

Seit ich in meiner kleinen 36 Quadratmeter großen Wohnung lebe, haben sich fast alle Dinge zu ihrem Vorteil verändert.
Meine Schulden werden weniger, ich habe einen Nebenjob gefunden der mir Spaß macht und meine Ausgaben in den Spielhöllen sind fast auf null gesunken. Dafür gehen mein Ex Schwager und ich ein bis zwei mal im Monat zusammen Darten. Ein netter Ausgleichssport in dem man(n) auch Mädchen kennenlernen kann.
Im Dezember 1997 bin ich zu einem Freund aus der Bundeswehrzeit nach Mexico geflogen, um Abstand von allem zu bekommen und auch um meine Brieffreundin kennen zu lernen.
Diese vier Wochen Mexico zeigten einem an sich selbst zweifelndem Mann, das er doch noch zu anderen Sachen als Schlafen, arbeiten und essen fähig ist. ICH HABE MICH wieder VERLIEBT. Ein gutes Gefühl mit einer Frau zusammen zu sein, die einen mag so wie man(n) ist. ( Auch wenn sie zwei Kinder hat.)
Zwar bringt die Sprache einige Tücken mit sich, doch Englisch mit einem Wörterbuch und gutem Willen tut es auch.
Es stellte sich heraus, das daß Leben in Mexico in vielen Fällen günstiger ist.
Selbst mit zwei Kindern kann man(n) mit ca. 1800, - DM dort leben und überleben.
 In vielen Fällen bewundere ich die Mexikaner, sie sind nicht so Arbeitsunwillig wie viele Menschen die dem Staat auf der Tasche liegen. (( Der Deutsche Staat zahlt einfach zu gut für Menschen die nicht Arbeitswillig sind ) das entspricht nur meiner persönlichen Meinung, da ich die Einstellung vertrete, "jeder der Arbeiten will findet auch eine Arbeit".))
Man kann zwar Mexico nicht mit Deutschland vergleichen, da die Infrastruktur nicht die gleichen Voraussetzungen für die Menschen bereitstellt, doch zeigt sich in der Lebenseinstellung der Gravierende Unterschied. Viele Menschen sind dem Fremden gegenüber immer noch negativ eingestellt, (eigentlich komisch, da Blut bei allen Menschen rot ist) die Änderung der Einstellung erfolgt im kleinen.
Mag sein das ich falsch liege, doch mir haben diese Gedankengänge geholfen fast alle Probleme zu bewältigen, die sich im Laufe meines Lebens, auch als Single ergeben haben.

Noch 1998

Ich lerne an der Bundeswehrfachschule was der Bund einen Menschen während der Dienstjahre vergessen lies. Man(n) erfährt wie unwissend man geworden ist.. Ob es nun Mathe, Deutsch, Erdkunde oder Geschichte ist.

Morgens von 07:30 bis 12:30 lerne ich und Nachmittags verdiene ich das Geld zum Leben in meinem Nebenjob als Kraftfahrer

Guille war für 9 Wochen hier in Deutschland, wir hatten viel Spaß und viele Probleme in diesem Zeitraum, da zwei Kulturen aufeinander prallten. Ich habe es genossen wieder eine Frau in  meiner kleinen Wohnung ( und an meiner Seite ) zu haben.

Sie hat gekocht, die Wohnung in Ordnung gebracht mich aufgemuntert und mir in die Seele gesehen. Wir harmonieren  sehr gut in dieser Situation miteinander. Das reden hilft beiden, sie erzählt von ihrer Ehe und ich von meiner. ( ein Erfahrungsaustausch der für beide gut ist )

Nach ihrem Rückflug vermisse ich sie mehr den je. Zwar war der Abschied für uns beide nicht der leichteste, doch sie musste ja zurück zu den Kindern.

Im Dezember bin ich in Mexico komme was wolle!!!

In Juli habe ich eine Ausbildung zum EDV Servicetechniker bei der BOG in Münster begonnen. Es liegt ein gutes Stück lernen für die Zukunft vor mir, um im so genanten Zivilleben meinen Mann stehen zu können.
In 6 Monaten wird
das Wissen von 3 Jahren Ausbildung in unseren eh schon überforderten Köpfe gepresst. (es passt verdammt viel in das vom Bund geschaffene Vakuum)
I
n den ersten 2 Dezemberwochen sind Prüfungen zum MCSE und MCNA für die, die es wollen. Ich will es schaffen, wenigstens MCP und CNA zu werden.

(Scheiße und wieder Geld für eine Prüfung in den Sand gesetzt)
Nach dem zweiten Versuch MCP zu werden hat es endlich in der Muttersprache von Bill Gates geklappt........ ICH BIN MCP für Windows NT4.0!!!!!!!!!!!!!!!
(die erste Prüfung in Deutsch war für den selbhaften)

Auch der CNA ist endlich nach 3 Versuchen geschafft...............

Mein Flug geht leider nicht wie erhofft am 05.12.1998 !!! (es fehlt das liebe Geld, tja die Schulden fressen einen doch noch auf)

Zumal ich im Haus meiner Mutter eine Wohnung ausbaue was auch noch Zeit benötigt.
Zwar stehe ich mit meiner Mutter immer noch auf Kriegsfuß doch wir beide versuchen das beste daraus zu machen.

1999:

Am 03.01.1999 begann einen neuer Lebensabschnitt.
Mein Betriebspraktikum bei der Firma Debis PCM Computer AG Site Bertelsmann in Gütersloh hat begonnen.

Viele Möglichkeiten der Ausbildung sind mir angeboten worden,
(Telefonische Unterstützung von Anwendern im Usersupport, Hardwarekonfigurationen in der Hardwarewerkstatt und vieles mehr) beginnen werde ich in der Hardware und dann werden wir weiter sehen.

Am 01.03.1999 bin ich in meine neue Wohnung eingezogen, nun treten hier die Probleme auf. Meine Mutter hatte einen Rückfall und hat wieder angefangen zu trinken, droht mir mit Rausschmiss und anderen Sachen die mich belasten.
(na dann gehen wir doch mal wieder auf Wohnungssuche)

Durch eine lautstarke Unmutsäußerung (eine Meinungsverschiedenheit mit einem Mitarbeiter im beisein eines Kunden) (die Nerven liegen halt etwas blank) stehe ich kurz vor dem Rausschmiss und der Beendigung des Praktikums bei der Debis.
Fast hätte ich mir die Möglichkeit verspielt in diesem Betrieb zu bleiben.(ich und mein großes Maul)
Nur durch die Fürsprache von Frau Katterfeld von der BOG und einigen Mitarbeitern der Hardware (z.
B. Rainer und Klaus) konnte ich die Stelle behalten und habe ein Möglichkeit zur Bewehrung erhalten. Danke dafür auf diesen Wege.

Da mir die Arbeit in der Hardware gefällt, auch wenn ich derzeit nur für die Installationen von PCs und Reparaturen eingesetzt werde, kann ich noch viel von meinen Kollegen lernen. ( ein so genanter Rollout für ca. 250 PC ist eine Herausforderung für mich)

Nachdem ich viele meiner persönlichen Fehler fast abgelegt habe und etwas ruhiger geworden bin (was dem guten Betriebsklima in der Hardware zu verdanken ist) darf ich wieder zum Kunden vor Ort.
( Die Kunst eigene Fehler einzusehen und der Wille sich zu ändern haben ihr übriges getan) (denke ich mal))
nach weiteren Problemen mit meiner Mutter kann es eigentlich nur noch einen Ausweg geben, den Auszug aus der neuen Wohnung.

Guille spricht mir in dieser Zeit viel Mut über Internet und Telefon zu, wir schreiben uns zwei bis drei mal im Monat Mails oder Telefonieren. ( Es ist zwar teuer, aber ich liebe diese Telefonate am Morgen.)( also bleibe ich wohnen und spare für den Flug nach Mexico)

Wenig, oder fast nichts erinnert noch an meine Ehe, außer die Gedanken an eine verpasste Vaterschaft.

Glücklicherweise geht es mir zur Zeit Finanziell etwas besser, so das genug Geld für den Flug nach Mexico abgefallen ist. Mein Flug geht am 05.12.1999, die Freude ist auf beiden Seiten groß. Endlich sind wir wieder zusammen!!!!!

Ich wurde von der Familie sehr nett aufgenommen (nur die Sprachbarriere ist etwas hinderlich) und endlich habe ich Guilles Eltern kannengelernt.
Ich wohne bei Guille und den Kindern (Elternschaft auf probe), wir genießen diese Zeit zusammen (endlich).

Heiligabend habe ich die Frage aller Fragen gestellt (would you marry me?) und eine positive Antwort erhalten.
Silvester haben wir es der Familie gesagt, die Reaktion war umwerfend alle sind einverstanden und wünschen uns Glück und Gesundheit.

Nur meine Mutter hegt Zweifel (ob das wohl gut geht) daran, vermutlich hat sie Angst das ich nach Mexico ziehe.
Diese Möglichkeit habe ich schon länger in
Erwägung gezogen, nur noch nicht laut ausgesprochen.

Das größte Problem wird die Arbeitserlaubnis in Mexico sein. Eine Suche im Internet ergab, das Jobs vorhanden sind nur eine Green Card (Amerikanische Arbeitserlaubnis) fehlt.
Seit dem 01.04.2000 bin ich offiziell Zivilist und habe meinen festen Arbeitsplatz bei Debis angetreten. Guter Verdienst (für einen Anfänger in der Branche) und gutes Arbeitsklima sind der beste Garant für diesen Job.

Selbst die Hürde der Arbeitserlaubnis kann von mir genommen werden, da ich im Auswahlverfahren für diese Erlaubnis bin. ( hoffentlich klappt’s ) Der Besuch in der Amerikanische Botschaft war ermutigend, nur ein Job oder der Nachweis für Finanzielle Unabhängigkeit fehlt noch.

Meine Mutter nervt wieder, ihr sind die sogenannten Zwischenmenschlichen Beziehungen nicht gut/ intensiv genug. ( dummes Gerede )

Sie zieht immer gerne über andere her, nur ihre Fehler sieht sie nicht. Leider nimmt sie meine Anwesenheit im Haus als vorwand, um ihre Probleme auf andere (mich) abzuwälzen. Langsam verliere ich die Geduld und meine Ruhe.
Sie erwartet wohl, das ich morgens fröhlich guten
Tag, abends Hallo guten Abend sage und am Wochenende alles in Haus und Garten mache ohne etwas zu sagen. ( nur hat man nach 8 Stunden Arbeit keine Lust mehr nette Konversation zu halten , da man doch fertig ist. Außerdem bin ich eingefleischter Morgenmuffel, somit auch kein freudestrahlendes Guten Morgen.)
Sie wirft mir vor, ich wolle in Mexico nur heile Familie
vorspielen um einen guten Eindruck zu hinterlassen. (falsch, da alle wissen was hier los ist)

JAAAAAAAAAAA!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Die Hürde ist geschafft, ich habe ein Visum
für die USA, das bis zum 30.11.2000 gültig ist und mir eine Arbeitserlaubnis garantiert.

Am 30.06.2000 fliegen wir
(Werner, Lydia und Ich) zu dritt nach Mexico, nur Lydia macht schon jetzt Probleme und will vom Flug zurücktreten. (es ist ihr Geld, nur leider meine Nerven)

Im Juli werde ich wieder vor den Altar treten, ( nein nicht Kirchlich ) meine Traumfrau Heiraten, viele Probleme vergessen und einige bekommen.


Es ist der 08.07.2000 20:00 Uhr, die Hochzeitsgesellschaft wartet auf die Standesbeamtin und eine nette Feier im kleinsten Familienkreis. ( nur ca. 100 Personen sind geladen )
Guille hatte eine alte Bluse meiner Oma mit viel Phantasie zu einem sehr netten Kleid umarbeiten lassen ( sah echt geil aus).

Die Standesbeamtin versuchte sich mehrmals an der Aussprache des Namen Voss, meist ohne viel Erfolg es wurde immer Boss daraus. ( die Mexikaner verwenden das V selten in Nach / Eigennamen)

Die Trauung erfolgte in Spanisch mit Englischen Untertiteln durch meinen Bekannten Jens. ( das Video ist sehr aussagekräftig ) Die Party ging ca. bis morgens 06:00 für uns und bis 24:00 Uhr am nächsten Tag für eingefleischte.
( Ausfallerscheinungen eingeschlossen )

Es wurden etliche Flaschen Brauner Rum, Tequila, Bier und Selbst gebranntes vernichtet.

So gegen 23:00 ließ Schwiegermutter die Mariachis kommen, ( die 8  Jungs machen echt gute Musik ohne Elektrische Hilfsmittel ) der Spaß kostete sie fast zwei Monatsgehälter. (wirklich heftig)

Die Kinder freuten sich riesig über ihren neuen Vater und sind stolz auf ihre Mutter.

Werner hat sich Hals über Kopf in eine von Guilles Nichten verguckt, Name Monika, Alter 22. ( tja ich bin ja nun unter der Haube, aber sonst!!!!!!!!!!!! )

Seine versuche bei Monika zu landen schlugen schon im Ansatz fehl, da sie einfach keinerlei Interesse an einem verheirateten Mann hegt.
Selbst der Versuch, ihm diese Beziehung auszureden, ist unmöglich.
Eigentlich sollte er bedenken, das in Deutschland Frau, zwei Kinder und die Schulden für das Haus auf ihn warten.
Die Flucht in den Traum, ein neuer Start mit jüngerer Frau, neuen Herausforderungen, ist zwar nett, doch als Familienvater nicht zu realisieren.

Als Monika dann doch mit ihm ausging, waren wir als Anstandswauwaus mit. (Monika tat uns den gefallen)
Werner hatte seinen Erfolg und wir unsere Ruhe. Monikas Augen waren meist auf einen anderen Mann gerichtet, nur dieser durfte sich nichts anmerken lassen, da seine Frau wie ein Luchs aufpaßt. (richtig so, erst kurz unter der Haube und schon andere Frauen, das geht nicht)

Meine Mutter hat sich in dieser Zeit zwar öfters ins Fettnäpfchen gesetzt, sonst aber vorbildlich benommen. (Eigentlich hat sie dafür ein Lob verdient, nur mir fällt es immer noch schwer so etwas zu auszusprechen)

Nach drei Wochen geht nun auch dieser Abschnitt in unserem Leben vorbei, unser Rückflug nach Deutschland steht vor der Tür.

 Zwar fällt allen der Abschied von diesem Land und seinen Menschen schwer, doch für manche ist er nur von kurzer Dauer.

Das Primäre Ziel, ist die Auswanderung, in das Land meiner Träume. Zu den Menschen die mir mehr als alles andere am Herzen liegen.

Viel Arbeit und Entbehrungen liegen vor uns, manche Dinge sehen anfänglich sehr leicht aus und sind alles andere als leicht.

Der Job muß gekündigt, eine Umzugsfirma gefunden, alles mit den Behörden abgestimmt und koordiniert werden.

Gesagt, getan. Zum 01.01.2001 bin ich ohne Job, zum 15.01.2001 ohne Wohnung und seit dem 22.12.2000 ohne Möbel in meiner Wohnung, und seit dem 02.01. Schuldenfrei.

Alles ist im Fluß auch meine Zukunft.

15.01.2000 auf dem Flug nach Mexico

 

Ich bin jetzt seit 6 Monaten wieder verheiratet und auf dem weg zu meiner Frau in Queretaro. Es war eine stille Hochzeit ohne viel Tamtam, nur die Familie mit allen Anverwandten, Freunden, etc.(von wegen still siehe weiter oben).

Ende September konnte ich endlich mit meinem US Visum nach New York einreisen, um meine Arbeitserlaubnis bestätigt zu bekommen. New York ist zwar ein teures Pflaster, doch der Aufenthalt lohnt sich wirklich. ( auch in einer Bruchbude von Hotel) Alleine die Sehenswürdigkeiten, dieses Molochs von Stadt, sind eine Reise wert. ( Ich habe das WTC noch in einem Stück gesehen, und trauere um die Toten des 11 September 2001)

Wer einen Urlaubstrip nach New York bucht sollte vorher sicherstellen, das auch Frühstück oder Halbpension im Preis beinhaltet sind.

Alles hat sich seit dem wirklich geändert, mein Selbstvertrauen, meine Innerliche Ruhe und die Ausgeglichenheit im Umgang mit anderen Menschen ist wieder auf einem Niveau das alles davor gewesene in den Schatten stellt.

Jetzt mit einem one way Ticket via Mexico, auf dem Flug in der günstigen Touristenklasse, (eigentlich blöde, Buissenes Class währe sicher besser gewesen) wo die Leute leider keinerlei Rücksicht auf eine am Gang sitzende Person nehmen ( mir ihre fetten Ärsche  an die Schultern drücken, nebenher noch auf die Füsse treten ) hacke ich diese Zeilen in mein Laptop.
Falls alles gut geht, werden wir ON Time in Mexico City landen.
Dort kann nur noch der Zoll mich davon abhalten meine Frau in die Arme zunehmen mit dem Satz endlich zu Hause bei meiner Familie.



Probleme können immer noch auftreten, wenn das Umzugsgut in Vera Cruz aufschlägt und meine Dokumente von der Mexikanischen Botschaft in Deutschland noch nicht wieder da sind.

Um alles Streuerbefreit einzuführen benötigt man(n) verdammt viel Papierkram, Nerven und Geld.  Nebenher auch Zeit, Geduld und eine störrische Ruhe im Umgang mit den Behörden in aller Welt.
Ich hoffe das die Kinder mich nicht nur als Freund, sondern auch als Vater voll akzeptieren, sobald ich besser Spanisch spreche.

Anja hat auch geschafft was sie sich wünschte, Mann, Haus, und seit Anfang Oktober 2000 ist sie stolze Mutter eines Sohnes Namens „Dawin“. Ich freue mich für sie, da auch bei ihr sicher nicht alles zum besten stand.

Eine Frau in ihrem alter (38) die zum ersten male Mutter wird ist schon ein erhöhtes Risiko. ( nur welcher normale Mensch nennt sein Kind Dawin und das ungestraft??? )
Antje und Jörg lassen sich auch scheiden, nach den Antje festgestellt hat, das eine Ehe nicht immer die beste Lösung für ein zusammenleben ist.
Sie hat einen neuen kennengelernt und Jörg sprichwörtlich vor die Tür gesetzt. (das kenne ich doch irgendwo her ) Er hat für einige Zeit wieder bei seinen Eltern Unterschlupf gefunden und sich dann eine eigene Wohnung gesucht. ( viel Glück im neuen Leben ohne Ehe )
Vermutlich wird diese Scheidung nicht so kostengünstig wie meine, da doch auch höhere Schulden zu teilen sind.
Der Rückhalt beider in der sich auflösenden Clique ist sicherlich stark, doch die meisten Leute sind mittlerweile Eltern oder haben einen festen Partner gefunden.

Markus hat mir vor meinem Abflug offenbart das er Schwul ist. ( wer hätte das gedacht ) Er hat sein Comming out noch nicht alle wissen lassen, da er Angst um seine Position im Schützenverein und anderweitig fürchtet.

Er meint, das die Akzeptanz eines Schwulen in einem Dorf wie Rixbeck nicht so groß ist wie in einer Großstadt. ( er mag damit recht haben ) Nur sich verstellen und seine Neigung verstecken machen es auch nicht leichter für ihn.
Ich hoffe das er den richtigen Partner findet und dieser auch von allen akzeptiert wird
.

 

Nach dem Flug

Wir haben es endlich nach Queretaro geschafft, der Zoll war easy, ich war aus unserer Maschine der erster am Zoll, erster am Gepäckband und ohne Kontrolle aus dem Terminal heraus bei meiner Frau.

Herrliches Gefühl, nur dieses verfluchte FM3 Visum ist schwer zu bekommen.

Auch diese Hürde scheint geschafft, wir waren gestern im Immigrations Office und haben alle erforderlichen Unterlagen zur weiteren Bearbeitung abgegeben.
Wenn keine weiteren Fragen offen sind, werde ich das FM3 Visum als Rentista erhalten. ( Rentista = Rentner der nicht arbeitet und Geld aus anderen Quellen erhält ) Das Umschreiben dieses Visums, auf eins mit Arbeitserlaubnis ist leichter, als alles andere. Einfach melden das man arbeiten will und schon nach Zahlung eines kleinen Entgeltes darf man Arbeiten. ( tolle Bürokratie )

Ha Ha, selbst Bürokraten machen Fehler, auf Grund eines Formfehlers habe ich mein FM3 Visum nach einer Woche schon erhalten, das dauert sonst 3 bis 8 Wochen und ist mit viel Lauferei verbunden.

Selbst das einführen meines Umzugsgutes macht keine Probleme mehr, da alle Unterlagen rechtzeitig vor Ort sind.

Zwar ist bei dem Umzug  einiges zu Bruch gegangen, doch die Versicherung hat ohne größere Umstände bezahlt. Für einen alten 17“ Monitor habe ich genug Geld bekommen, um mir einen neuen zu kaufen, der besser und größer ist. (Lach)

Mal sehen was hier noch so alles sich zum besseren wendet.

 

2002-02-05 und davor    

Das mit der Arbeit hier hatte ich mir leichter vorgestellt, nach über 500 Bewerbungen hatte ich zwei Vorstellungsgespräche. Eins hier in Querétaro und eins in Mexico City, leider ist aus beiden nichts geworden, hier in Qro. Fehlte die Sprache und in Mexico City das Geld zum leben.
Der Job in MX CTY war zwar echt gut, als Supporter im German Centre, doch das mit der Bezahlung war ein leichter Flop. Mir wurden zwar ein Appartement und $11400,- Peso als Arbeitsentgelt angeboten ( viel für hiesige Verhältnisse), doch dann hätte ich wieder eine Wochenendehe führen müssen, was wir nicht wollten. Außerdem währen die Kosten für die Fahrten von MX CTY nach Qro. und zurück angefallen, so das nur $7500 Peso zum leben geblieben währen.

Somit Konzentriert sich meine Arbeitssuche auf die USA, wo ich mir größere Changsen ausrechne eine Arbeit zu finden. Also wird mein Resume auf Englisch umgestrickt und an die  Firmen in den USA versandt. Wieder einmal musste ich feststellen, das alles einfacher aussieht als es die Realität hergibt. Nach über 700 Bewerbungen und umstellen des Resumes auf gewünschte und geforderte Standartwerte, habe ich auch nach fast einem Jahr Intensiver Suche, keinerlei Erfolg in meinen Bemühungen eine Arbeit zu finden. So langsam geht mir das Geld und die Zeit flöten, ich werde nicht jünger und das Computerbuissnes ist sehr schnelllebig. Derzeit sitze ich bis zu 6 Stunden vor dem Blechdepp und suche einen Ausweg aus diesem Dilemma. Mir ist es egal wo ich arbeite, solange ich Arbeit habe, die auch Bezahlt wird.

Ein Versuch mich hier selbstständig zu machen scheiterte im Ansatz, da ich keine Arbeitserlaubnis bekomme, obwohl 1-2 Arbeitsplätze geschaffen worden währen.(tja die Bürokraten in aller Welt haben eins gemeinsam ihre Vorschriften und die Sturheit)

 

Je älter man wird desto mehr erkennt man seine Unzulänglichkeiten und Fehler, vieles hätte man anders anpacken oder ändern können als man jünger war, doch was soll’s, auch im alter kann noch gelernt werden.

 

 

Wird fortgesetzt..............................